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4 Min. Lesezeit · Restio Team

Dienstwagen Steuer 2026: E-Auto vs. Verbrenner Vergleich

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Dienstwagen versteuern: Das Problem

Du bekommst einen Firmenwagen und freust dich — bis du die erste Gehaltsabrechnung siehst. Plötzlich ist dein Netto deutlich weniger als erwartet. Der Grund: Die Versteuerung des geldwerten Vorteils. Und die meisten Arbeitnehmer wissen gar nicht, wie viel Steuer sie für ihren Dienstwagen tatsächlich zahlen — oder dass ein E-Auto sie bis zu €2.000 pro Jahr weniger kosten kann.

Kurz & knapp: Der Dienstwagen wird mit der 1%-Regel (Verbrenner), 0,5%-Regel (PHEV/E-Auto über €100.000) oder 0,25%-Regel (E-Auto bis €100.000) besteuert. Dazu kommt der 0,03%-Zuschlag pro km Arbeitsweg. Bei €50.000 Listenpreis und 25 km Arbeitsweg spart ein E-Auto rund €1.575 Steuern pro Jahr gegenüber einem Verbrenner.

So funktioniert die Dienstwagenbesteuerung

Wenn du deinen Firmenwagen privat nutzen darfst, musst du den geldwerten Vorteil (Benefit-in-Kind) versteuern. Die häufigste Methode ist die 1%-Regel:

Die 1%-Regel (Verbrenner)

Jeden Monat werden 1% des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil zu deinem Bruttogehalt addiert.

Beispiel: Firmenwagen mit €50.000 Listenpreis

  • Monatlicher geldwerter Vorteil: €50.000 × 1% = €500/Monat
  • Jährlich: €6.000 zusätzliches steuerpflichtiges Einkommen

Die 0,25%-Regel (E-Auto bis €100.000)

Seit Juli 2025 gilt für reine Elektrofahrzeuge mit einem Bruttolistenpreis bis €100.000 die stark reduzierte 0,25%-Regel.

Beispiel: E-Auto mit €50.000 Listenpreis

  • Monatlicher geldwerter Vorteil: €50.000 × 0,25% = €125/Monat
  • Jährlich: €1.500 statt €6.000

Der 0,03%-Zuschlag für den Arbeitsweg

Zusätzlich zur Privatnutzung wird der Arbeitsweg besteuert: 0,03% des Listenpreises × einfache Entfernung in km pro Monat. Diese Regel gilt für alle Fahrzeugtypen gleich.

Beispiel: €50.000 Listenpreis, 25 km Entfernung

  • Zuschlag: €50.000 × 0,03% × 25 = €375/Monat

Rechenbeispiel: Vollständiger Vergleich

Annahmen: €50.000 Bruttolistenpreis, 25 km Arbeitsweg, 35% Grenzsteuersatz

Verbrenner (1%-Regel)

PositionBetrag/Monat
Privatnutzung (1%)€500
Arbeitsweg (0,03% × 25 km)€375
Geldwerter Vorteil gesamt€875
Steuer (35%)€306,25
Steuer pro Jahr€3.675

E-Auto (0,25%-Regel)

PositionBetrag/Monat
Privatnutzung (0,25%)€125
Arbeitsweg (0,03% × 25 km)€375
Geldwerter Vorteil gesamt€500
Steuer (35%)€175
Steuer pro Jahr€2.100

Gesamtersparnis E-Auto

VorteilBetrag/Jahr
Steuervorteil€1.575
KFZ-Steuer-Befreiung (bis 2030)~€300
THG-Quote~€300
Gesamtersparnis~€2.175

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Die Berechnung mit verschiedenen Listenpreisen und Entfernungen wird schnell aufwendig. Nutze unseren kostenlosen Dienstwagen-Vergleichsrechner und vergleiche E-Auto vs. Verbrenner in Sekunden.

Gesetzliche Grundlage

Die Dienstwagenbesteuerung ist in § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG geregelt. Die Sonderregeln für E-Autos gelten bis mindestens Ende 2030.

Die €100.000-Grenze seit Juli 2025

Vorher lag die Grenze für die 0,25%-Regel bei €70.000. Seit Juli 2025 profitieren auch teurere E-Autos wie das Tesla Model S oder der BMW iX von der reduzierten Besteuerung — solange der Listenpreis unter €100.000 bleibt.

KFZ-Steuer und THG-Quote

Reine E-Autos sind von der KFZ-Steuer befreit bis Ende 2030 (Verbrenner: ca. €200-400/Jahr). Zusätzlich können Halter die THG-Quote verkaufen und erhalten aktuell €250-330/Jahr.

Häufige Fehler vermeiden

  • Listenpreis mit Kaufpreis verwechseln — Es gilt immer der Herstellerlistenpreis bei Erstzulassung inkl. Sonderausstattung, nicht der tatsächlich gezahlte Preis oder die Leasingrate.
  • Arbeitsweg-Zuschlag vergessen — Der 0,03%-Zuschlag pro Kilometer kommt zum 1%/0,25%/0,5% dazu. Bei langen Arbeitswegen wird das schnell teuer.
  • Pendlerpauschale doppelt ansetzen — Wer den 0,03%-Zuschlag zahlt, kann die Pendlerpauschale nicht zusätzlich geltend machen.
  • Fahrtenbuch-Option ignorieren — Die 1%-Regel ist bequem, aber ein Fahrtenbuch kann günstiger sein, wenn du den Wagen wenig privat nutzt.

So hilft Restio

Die Dienstwagenbesteuerung ist komplex — und ändert sich regelmäßig. Restio hilft dir dabei, den Überblick zu behalten:

  • Grenzwert-Überwachung — der Finanzwächter beobachtet, ob die €100.000-Grenze für die 0,25%-Regel bei deinem Fahrzeug greift
  • Werbungskosten-Optimierung — Restio prüft, ob die Entfernungspauschale oder der 0,03%-Zuschlag für dich günstiger ist
  • KI-Steuerexperte — frag jederzeit nach den aktuellen Dienstwagen-Regeln und lass dir deine individuelle Steuerlast berechnen

Teste Restio 14 Tage kostenlos und optimiere deine Dienstwagenbesteuerung.

Fazit

Ein E-Auto als Dienstwagen spart bei einem Listenpreis von €50.000 rund €2.175 pro Jahr gegenüber einem Verbrenner. Seit Juli 2025 gilt die 0,25%-Regel bis €100.000 — das macht auch teurere E-Autos als Firmenwagen attraktiv. Rechne deinen konkreten Fall einmal durch — die Unterschiede sind oft größer, als du denkst.

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Häufig gestellte Fragen

Was genau ist der Bruttolistenpreis?

Der Bruttolistenpreis ist der inländische Listenpreis des Herstellers zum Zeitpunkt der Erstzulassung — inklusive Sonderausstattung und Umsatzsteuer. Nicht der tatsächliche Kaufpreis oder Leasingrate. Auch bei Gebrauchtwagen gilt der ursprüngliche Listenpreis.

Gilt die 0,25%-Regel auch für gebrauchte E-Autos?

Ja. Die 0,25%-Regel hängt nicht vom Kaufzeitpunkt ab, sondern vom Bruttolistenpreis bei Erstzulassung. Auch ein gebrauchtes E-Auto mit Listenpreis unter 100.000 € profitiert von der 0,25%-Regel.

Welche Regeln gelten für Plug-in-Hybride?

Plug-in-Hybride erhalten die 0,5%-Regel (statt 1%), wenn sie mindestens 60 km rein elektrisch fahren können und maximal 50 g CO2/km ausstoßen. Sonst gilt die normale 1%-Regel wie für Verbrenner.

Kann ich Dienstwagen und Pendlerpauschale kombinieren?

Nein. Wenn du die 0,03%-Regel für den Arbeitsweg nutzt, ist die Pendlerpauschale für die gleiche Strecke ausgeschlossen. Du kannst aber die Entfernungspauschale wählen, wenn sie günstiger ist — dann wird der 0,03%-Zuschlag nicht angesetzt.

Was passiert bei Fahrzeugwechsel während des Jahres?

Bei einem Wechsel werden die Monate anteilig berechnet. Für jeden Monat gilt der jeweilige Listenpreis und die jeweilige Regel (0,25%/0,5%/1%). Wechselst du z.B. im Juli vom Verbrenner zum E-Auto, zahlst du 6 Monate die 1%-Regel und 6 Monate die 0,25%-Regel.